Montag, 28. Januar 2013

Ein offener Brief an Günther Jauch

Lieber Herr Jauch,

ich bin eine der Frauen, die sich am #aufschrei beteiligt haben. Angefangen habe ich morgens, als ich die Aktion entdeckt habe und dann kamen im Lauf des Tages immer mehr Erinnerungen hoch. Glücklich darüber, Menschen gefunden zu haben, die Verständnis haben und ein Ventil entdeckt zu haben, um das, was so sehr bedrückt, rauszuschreien. Es war wirklich ein Aufschrei. Und ein Kraftakt.

Gestern kam dann Ihre Sendung dazu. Ich habe lange gebraucht, um damit fertig zu werden. Ich habe es angeguckt, war schockiert und sprachlos. Nun habe ich sie mit ein paar Stunden Abstand noch einmal angesehen und möchte Ihnen Folgendes sagen:
Herr Jauch, Sie sind einer der Gründe, warum wir den Aufschrei so sehr brauchen!

Wissen Sie, ich glaube an das Gute in Menschen. Deshalb habe ich den Fernseher angemacht und mir die Diskussion angesehen. Ich hatte wirklich die Hoffnung, dass eine solche Diskussion vielleicht aufschlussreich sein könnte. Aber jetzt bin ich schlauer: Es war naiv, das zu glauben. Immer dann, wenn irgendwie die Möglichkeit bestanden hätte, eine Diskussion über Sexismus, über Privilegien und über männliche Dominanz zu beginnen, haben Sie diese unterbunden, verhöhnt und dem entgegengewirkt. Es wäre ja auch fatal gewesen, über gesellschaftliche Missstände zu reden und das eigene Handeln zu reflektieren!

Um mit meiner Kritik ganz von vorn zu beginnen: Scheinbar habe ich ein anderes Verständnis von Moderation und Redeleitung. Ich bin der festen Überzeugung, dass es Ihre Aufgabe gewesen wäre, sachlich durch die Diskussion zu führen. Stattdessen haben Sie von Anfang an gezeigt, wo Sie stehen und wohin Sie die Diskussion lenken wollen. Ich bitte Sie: Wenn Sie der Aufgabe der sachlichen und respektvollen Moderation nicht gerecht werden können: Geben Sie sie ab! Seien Sie ehrlich zu sich selbst und überlassen Sie das Menschen, die dazu in der Lage sind.
Anstatt alle Diskussionsteilnehmer_innen gleich zu behandeln und gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen, fielen Sie denen ins Wort, deren Meinung Ihnen offensichtlich nicht passte. Ist eine solche Show nicht der Ort, an dem die gegensätzlichen Meinungen ausgetauscht werden? Doch anstatt den Austausch zu fördern haben Sie diejenigen verhöhnt und ins Lächerliche gezogen, die sich stellvertretend für viele Frauen in Deutschland äußern wollten. Viel lieber widmeten Sie sich denjenigen, die sexualisierte Gewalt relativieren wollten, die Probleme runterspielen wollten und Frauen zu Täterinnen machten. Oft fiel während der Diskussion die Forderung “sich auf Augenhöhe zu begegnen” - das taten Sie nicht. Sie begegneten Anne Wizorek, Alice Schwarzer und Silvana Koch-Mehrin mit Hohn und Spott.

Ich frage mich nun: Ist das Ihr normaler Umgang? Oder hatten Sie nur Angst davor, dass die Diskussion nicht so verlaufen könnte, wie Sie es wollen? Dass Sie sich vielleicht letztendlich selbst hinterfragen müssten?
Sie haben deutlich gemacht, dass Sie die Realität der Frauen nicht kennen - woher auch? Dabei haben über 60.000 Tweets gezeigt, welches Redebedürfnis besteht!
Aber anstatt diese Diskussion zuzulassen, kamen zwei Strategien zum Einsatz:
Strategie 1: Die Diskussion wurde, sobald es um Sexismus als gesellschaftliches Problem ging und analytisch Thesen aufgestellt wurden (vor allem und überraschenderweise von Alice Schwarzer), von Ihnen unterbrochen und wieder auf Rainer Brüderle gelenkt. Immer wieder wurde über besagten Abend an der Bar gesprochen. Wer, was, wann und warum falsch gemacht hat. Damit sind Sie dem Titel der Sendung, der sich immerhin mit Sexismus als gesellschaftliches Problem beschäftigte, keineswegs gerecht geworden, denn Sie haben die Diskussion darum verhindert.
Und Strategie 2: Anstatt mehr über die Frauen, die im Schutz der Anonymität und der Gruppe den Aufschrei verursachten, zu informieren, versuchten Sie, sich selbst in die Opferrolle zu bringen. Immer wieder wurde versucht, Frauen zu Täterinnen zu machen. Immer wieder wollten Sie nicht über Sexismus in der männlich dominierten Gesellschaft sprechen, sondern versuchten, die Frauen- und Männerrolle umzudrehen.  Der Versuch, Männer im Kollektiv in die Opferrolle zu stecken, zieht nicht! Genauso wenig zieht die Behauptung, dass Frauen bestimmen, was Sexismus ist und damit zu viel Macht über die Diskussion haben. Vielleicht schaffen Sie es, sich noch einmal mit Privilegien und Umgangsformen auseinanderzusetzen. Ich kann Ihnen verraten: Die Definitionsmacht liegt bei Männern. Vielleicht sehen Sie sich auch ihre Show noch einmal an und merken: Die Definitionsmacht, wer wann was sagen darf, lag ganz allein bei Ihnen. Einem privilegierten Mann, der zu stolz ist, um sich selbst zu hinterfragen.

Herr Jauch, Sie sind kein Opfer der gesellschaftlichen Strukturen. Sie sind privilegiert. Und genau das haben Sie in Ihrer Sendung reproduziert. Sobald zu viele Äußerungen Sie als weißen Hetero-Mann in Frage stellten und nicht Ihrer Meinung entsprachen, versuchten Sie sich wieder auf Brüderle oder Männer in Opferrollen zu beziehen. Ich bin nun wirklich keine Anhängerin von Alice Schwarzer. Aber wieso konnten Sie ihre Aufforderung, endlich mal über das Problem an sich und nicht über Ihre Ablenkungsmanöver zu sprechen, nicht ernst nehmen? Ich will es Ihnen sagen: Sie haben kein Interesse an dieser Debatte. Sie wollten uns vorführen. Wenn Sie selbst noch einmal nachlesen wollen, was Menschen widerfährt, die nicht die gleichen Privilegien genießen können wie Sie, schauen Sie doch einmal hier: http://alltagssexismus.de/
Ihr letzter Kommentar, dass man sich ja noch an der Bar sehen könne und dass dann hoffentlich nicht nur die männlichen Diskussionsteilnehmer da seien, mag lustig gemeint gewesen sein. Das war er aber keineswegs. Er hat all Ihren Hohn, Ihre Respektlosigkeit und Ihre Inkompetenz, dieses Thema zu behandeln, zusammengefasst.

Ich hoffe, dass auch Sie eines Tages begreifen können, dass Sexismus kein Problem der Frauen ist und dass der Spott fehl am Platz war. Ich hoffe, dass Sie begreifen werden, dass Unterdrückungsmechanismen immer etwas mit Machtdemonstration zu tun haben und dass Political Correctness, wie Anne Wizorek schon sagte, nichts mit “amerikanischen Verhältnissen”, wie Sie es polemisch betitelten, oder Überwachungswahn zu tun hat. Es geht um Respekt. Es geht um den Respekt, den Sie gestern Frau Wizorek, Frau Schwarzer, Frau Koch-Mehrin und auch Herrn Osterkorn nicht entgegengebracht haben.
Mit dieser schwachen Leistung gestern haben Sie sich alle Sympathien verspielt und haben die Chance vertan, Ihrem Job gerecht zu werden.


Ich gratuliere Ihnen zu einem neuen Niveau-Tiefpunkt und hoffe (denn ich glaube ja an das Gute in Menschen) auf Besserung.



Kommentare:

  1. suuuuper merle, danke dir!

    wer sich auch beschweren möchte: mail@guenther-jauch.de und info@ndr.de

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  2. Danke für diesen "offenen Brief", den würde ich glatt unterschreiben!

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  3. Danke für die Mühe, das zu formulieren.
    Wir müssen was tun. Leider geht gerade der Stream nicht, jetzt musswill ich mir das doch noch antun.

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  4. Das ist ja wirklich ein niedlicher Brief, den Sie da verfasst haben. Der Brief wird ihn sicherlich beeindrucken.
    Da die meisten Frauen den Unterschied zwischen den Termini "Sexismus" als sozialwissenschaftlichen Begriff und "sexuelle Belästigung" als Straftat (und die meisten Behauptungen bei #aufschrei wären strafrechtlich relevante Taten, wenn sie wahr sind, was aber ohne Anzeige der betroffenen Frauen aber auch nicht nachgewiesen werden kann)nicht verstehen oder verstehen wollen, ist es auch besser, dass die Definitionshoheit von Begriffen bei dem kühl rational denkenden Bevölkerungsteil liegt.

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    1. Dann bin ich ja froh, dass dieser "kühl rational denkende Bevölkerungsanteil" sich aus Frauen, Männern, denen dazwischen, Schwarzen, Weißen, Bunten, Humorvollen und Versteiften Menschen (wie Ihnen) besteht!

      Im Übrigen würde ich behaupten, dass der sozialwissenschaftliche Begriff 'Sexismus' sowohl Alltagssexismus als auch sexuelle Belästigungen umfasst und somit so etwas wie ein Überbegriff ist.
      SG,
      Steffi Mink

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    2. ach, sie nennen den begriff niedlich. sie werten ab. es muss mühsam sein, alles um sich herum abzuwerten, was weiblich ist. misogynie nennt sich das. ist hier aber der falsche ort. ein therapeut oder eine sie betreunde einrichtung ist da besser. und für die frauen auch sicherer. bestimmt. steffi, ich stimme ihnen zu. sexismus meint unterdrückung aufgrund der geschlechtszugehörigkeit. unterdrückung reicht von herrenwitz bis zum mord. und frauenverachtung speist sich aus herrenwitzen. sie sind die vorstufe zur gewalt. sg manu

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  5. ‎""links feministisch antifaschistisch jungsozialistisch" - Wow. So viele Ideologien auf einmal, so viele Adjektive! Ich bin beeindruckt.

    Einen so arroganten, unreflektierten und ideologisch bornierten Artikel hab ich selten gelesen. - Was ist denn die Lösung? Die Weltrevolution? Die Kulturrevolution?

    Ich frage ganz offen: Ist die Diskussion vielleicht nich so verlaufen, wie Sie (!) es sich vorgestellt haben, Frau Stöver?"

    Meinung eines Freundes dazu. Und ich muss sagen, er hat vollkommen Recht !

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    1. Richtig: Wir befinden uns bereits inmitten einer Revolution - sonst stünden die Frauen in Deutschland immernoch am Herd anstatt im Beruf und Vergewaltigung in der Ehe wäre immernoch kein Staftatbestand.
      Die Gesellschaft hat sich bzgl Gleichberechtigung bis jetzt positiv entwickelt - den immernoch bestehenden Alltagssexismus zu überwinden wird einer der letzten Schritte dieser Revolution sein!
      SG,
      Steffi Mink

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    2. Die Lösung oder zumindest ein guter Ansatz könnte darin liegen diesen Aufschrei ernst zu nehmen und das eigene Verhalten zu reflektieren!!!! Ist mein Verhalten in der momentanen Situation angemessen? Beruht es auf Respekt und Offenheit gegenüber meiner Mitmenschen? Oder nutze ich gerade eine Situation aus ohne das gegenseitige Einverständnis mir einzuholen? Denn genau das ist es wovon die Frauen sprechen. Von Situationen, ob im Beruf, im Nahverkehr, in der Familie oder im Freundeskreis oder oder oder... in denen zumeist Männer durch sexuelle Gesten eine Frau von Oben herab behandeln und somit signalisieren das sie die Macht über die Frauen haben.
      Ich glaube sogar das viele Männer das gar nicht auf so einer bewussten Ebene führen das sie Tatsächlich die Frau unterdrücken wollen, vielmehr scheint es einfach selbstverständlich zu sein. Demnach einfach das Ausleben des anerzogenen männlichen Rollenbildes. Dennoch werden bei solchen Verhalten Frauen unterdrückt und es wird Zeit das Männer sich dieses bewusst machen und lernen Respektvoll mit allen Menschen umzugehen.
      Dabei habe ich jetzt bloß von sexualisierten Verhaltensweisen gesprochen, wie Grabschen, einseitige Anmachversuche die ein Nein oder abwenden der Frau nicht akzeptieren und sogar als Herausforderung verstehen und andere Beispiele (s.#Auschrei bei twitter).
      Die strukurelle Ebene das immer noch überwiegend Männer in Führungsebenen sind, das Frauen immer noch weniger Verdienen als Männer, das erst seit kurzen die Krankenkassenbeiträge gleich gesetzt wurden und Frauen vorher mehr bezahlen mussten nur weil sie ne Frau sind, habe ich jetzt gar nicht weiter thematisiert.
      Wie gesagt ein Anfang wäre wenn Männer anfangen sich bewusst zu machen wie kommt eigentlich unser Verhalten bei den Frauen an und anfangen Frauen als Menschen wahrnehmen und Ihnen den gleichen Respekt zollen wie man sich ihn für sich selber auch wünscht.
      Das kann ein Prozess sein, der vielleicht eine Weile braucht. Jetzigen Rechte der Frauen kamen auch nicht von Heute auf Morgen sondern mussten sich mühsam erkämpft werden. So hoffe ich das dieser Prozess zu Gleichberechtigung von Männern, Frauen und allen denen die sich nicht einordnen möchten führt und zu ein Verständnis dahingehend das es nicht um die Geschlechter sondern um Menschen geht. Wenn das als Revolution verstanden wird, dann: Ja die Lösung ist eine Revolution. Angefangen mit einen neuen Bewusstsein für Menschen statt für Geschlechterrollen

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  6. Vielen vielen vielen Dank für diesen Brief! Ich hätte es nicht besser formulieren können und würde ihn so unterschreiben!

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  7. Ich bin der Meinung, dass dieser Artikel seines Daseinsberechtigung hat und es verdient, beachtet zu werden. Dennoch halte ich ihn in Teilen überzogen bis populistisch, zum Beispiel mit der Aussage "dass Sie die Realität der Frauen nicht kennen".

    Interessant fände ich, wenn du tatsächlich mal die Gelegenheit gekommen könntest, diesen Brief direkt an seinen Adressaten zu übermitteln. Diese Diskussion wäre sicherlich spannender als ein Abend darüber, wie Herr Brüderle vor einem Jahr mal einen zweifelhaften Spruch gebracht hat, der nun plötzlich zu einem regelrechten Aufschrei führt, welcher wiederum in Teilen unsere gesamte Gesellschaft in Frage stellt.

    Liebe Grüße
    Atilla W

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    1. inwiefern überzogen? ich stimme dem artikel voll und ganz zu. aber ich denke, viuele wollen diese diskussion abmildern und einfngen. aus angst um ihre privilegien. sg manu

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  8. 1a subjektive Analyse der Jauch(e)grube der ARD!
    Ist ja eigentlich simpel: Männer sind auf Konkurrenz gepolt und konditioniert; zur Not versuchen sie, sich als "Opfer" feministischer und PC-Attacken darzustellen, um einen Konkurrenzvorteil zu bekommen. Dabei hilft ihnen die jahrtausendealte Verarsche und Unterdrückung der Frauen, die tief in ihren Genen und mentalen Strukturen sitzt. Die Peinlichkeiten von sabbernd-senilen Lustgreisen wie Brüderle treiben den normalen Sexismus ja nur karikierend auf die Spitze. Gut, dass das mal aufgeflogen bzw. beim Namen genannt worden ist. Auch schön, wie sich die Erwischten winden: mal hochnäsig-arrogant und besserwisserisch (Anonym 28. Januar 2013 10:49), mal dumpfbackig-beleidigt (Chris Cross 28. Januar 2013 10:52). Hoher Unterhaltungswert!

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  9. Frau Schwarzer machte gestern eine richtige Feststellung: Junge Frauen sind zu naiv gewesen und haben geglaubt, dass es keinen "Sexismus" mehr gibt.

    Vielleicht liegt das auch an den heutigen Erziehungsmethoden, die hauptsächlich durch den Feminismus und die Genderisierung geprägt sind. Es geht hier keinesfalls um Gleichberechtigung, sondern um die Umerziehung von Männern.

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    1. "Umerziehung von Männern" hört sich wie ein Vorwurf an an die Welt, die nicht wahrhaben will, dass Männer "eben so sind, wie sie sind" und man am besten noch "gar nichts daran ändern könne". "Umerziehung von Männern" ist doch im Grunde auch nur eien Kampfansage gegen den Feminismus und ein Synonym dafür, dass alles gefälligst so (sexistisch) bleiben soll, wie es ist.

      Feminismus und Genderisierung hier dann in einem Atemzug als "Erziehungsmethoden" mit unterschwellig negativem Unterton zu bezeichnen, ist dann auch irgendwie fehl am Platz. Viel eher würde ich behaupten, dass heutige Erziehungsmethoden noch zu wenig sensibilisiert sindin Bezug auf reale, allgegenwärtige Diskriminierung und gerade deshalb diese vermeintliche Naivität entsteht.

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    2. umerziehung... sie glauben bestimmt auch an weltverschwörungen. es geht um die generelle hinterfragung des rollendiktats, unter denen männer und frauen zu funktionieren haben. aber das wollen sie nicht wissen. es stellt ihre privilegien in frage. sonst wäre ihre meinung bestimmt anders ausgefallen. schmollen sie wieter in ihrer maskulinistenecke. wir räumen derweil ein wenig auf.

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  10. Ein zorniger Ausbruch, der durchaus berechtigt ist! Bravo

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  11. Großartig, vielen Dank für diesen tollen Brief - und alle anderen tollen Artikel auf Deinem Blog.

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  12. Große klasse! Du hast mir aus der Seele gesprochen und meine Empfindungen zu der gestrigen Jauch-Show auf den Punkt gebracht! Danke dafür!

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  13. Vielen Dank für den tollen Text - du hast vollkommen Recht, die Debatte muss endlich mal tiefer gehen und dazu wäre es großartig gewesen, wenn man gestern weniger Raum für Herrenwitze (Karasek!) und biologistische Argumentation (Bruhns) gelassen hätte und vielleicht mehr versucht hätte, zu ergründen, worum es eigentlich geht!

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  14. Ja, würde ich auch unterschreiben. Die belächelnde Grundhaltung von Herrn Jauch war schwer zu ertragen.

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  15. Meine Güte! Brüderle hat sich, sofern die Vorwürfe zutreffen, nicht richtig verhalten, keine Frage. ABER:
    Die Witze, sicherlich manchmal grenzwertig nah an oder sogar unter der Gürtellinie, werden zu einem gewissen Teil doch nur aus der Erfahrung heraus gemacht, bis dato damit zumeist positive Resonanz geerntet zu haben!

    Wie sollen die mental oft weniger sensibilisierten Geschöpfe dieser Erde in der Lage sein, wenn ihr so oft und ausdauernd einen auf Mäuschen macht, verschmitzt lächelt und euch sichtlich geschmeichelt fühlt, ja, sogar nach Komplimenten und Blicken mit allen Mitteln und in allen Wassern fischt, Grenzen klar zu erkennen?

    Einerseits lechzt ihr danach, dass ER einen auf Gentleman macht, euch zur Hand geht, körperlich entlastet, die Tür aufhält, anerkennend das neue Outfit bewundert, hier und da ein bisschen flirtet, vielleicht ein bisschen frech wird, witzelt, aber dann der Aufschrei! Schande! Nein! Das geht zu weit! Sexismus!
    Dieser paradoxe Protest kann und wird so nicht funktionieren.
    Es muss gelingen, die Verschiedenartigkeit der Geschlechter hinzunehmen und Grenzen aufweisen, wo es nötig ist. Jede einzelne Frau muss ihrer Umgebung eine klare Linie vorgeben; das Motto „heute Hü, morgen Hott“ ist zum Scheitern verurteilt.
    Ich persönlich möchte die kleinen, prickelnden heterogeschlechtlichen Alltagsauflockerungen nicht missen! Natürlich sind mir auch unangenehme Momente bekannt; unangenehm allerdings nicht für mich, sondern für den antiquierten Möchtegern, den ich in Konsequenz seiner Grenzüberschreitung deutlich zurechtgewiesen habe.
    Ich kann sowohl „DANKE“ als auch „STOP“ sagen. Das macht mich zu einem Mit(ohne)glied unserer Gesellschaft, das sich zwischen allen Geschlechtern als vollwertig fühlen darf. Die letzten 32 Jahre problemlos. Phoebs

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    1. ich begegne menschen mit repekt. da wären solch äusserunge like brüderle undenkbar. ich weiss ja nicht, was sie unter anständigem verhalten verstehen, aber brüderles ist es nicht. ich sehe doch mein gegenüber, oder? nehme ich es ernst, so erkenn ich schnell an gesten und blicken, was konsensual ist. wereden sie empfänglich für ihr gegenüber, werden sie empathisch, dann klappt das auch mit allem anderen. und es ist doch schön, wenn frau nicht stop sagen muss, sonder mann gar nicht erst die grenzen überschreitet. wie hies das wort dazu? ach ja, respekt. kennen sie nicht? schade...ist aber erlernbar. mann muss nur wollen. aber daran hapert es noch ziemlich....

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  16. Du sprichst mir aus der Seele, danke!!!

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  17. Wir müssen uns wohl damit abfinden, dass Jauch in erster Linie als Zyniker und Unsympath verstanden werden muss. Und das nicht erst seit seiner Sexismus-Talkrunde. Dem Mann geht es weder um Aufklärung, noch um Diskurs. Ihm geht es, seit er im Geschäft (!) ist in erster Linie um seine monetären Belange.
    Habe ihn vor 20 Jahren als Moderator einer Unternehmensgala erlebt (damals noch ein kleiner öffentlich-rechtlicher Sportmoderator - noch vor millionärsTV und sternTV). In seiner Moderation pöbelte er damals gegen Arbeitslose und Alkoholkranke, dass manch geladenem Galagast der Piccolo im Halse stecken blieb.
    Insofern ist er ähnlich wie sein Duzfreund Gottschalk eine glatte Fehlbesetzung und ein schwarzes Loch, in den die Öffentlichen-Rechtlichen ihre Gebührenmillionen versenken.
    Bei Gottschalk scheint dies ja nun vorbei zu sein. Hoffen wir, dass man auch bei Jauch irgendwann Konsequenzen zieht...

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  18. Kleiner Tipp von mir:

    Herr Jauch ist "priviligiert" weil er sich das jahrelang erarbeitet hat.
    Vom kleinen Journalisten zum medienstar ist kein kleiner Schritt.

    @Anonym28. Januar 2013 10:49: ich möchte diesen Beitrag dick unterstrichen wissen.

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    1. ach, er sit privilegiert, da weiss und männlich...erarbeitetes sind nicht privilegien, mensch kann sich aber zusätzlich welche verschaffen. aber um im massenmedium fernsehen beliebt zu sein , ist mittelmass eher ein garant, als spitzenleistung. dass sie den komment dick unterstrichen haben möchten, sagt viel über sie aus. aber er wird nicht unterstrichen werden...und das finde ich gut. maskulinismus nicht... sg manu

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  19. Beschwerde an Jauch geschrieben! Auch kommentiert und unterschrieben von meinem Mann!
    Danke für Ihre adäquaten Ausführungen.

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  20. Für mich hat Herr Jauch entgültig 'verschissen' und wird nun boykottiert. Danke für den offenen Brief!

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  21. @Phoebs: Ich bin ein bißchen verwirrt, was mir als "mental of weniger sensibilisertes Geschöpf" dieser Beitrag sagen soll. Die Betroffene hat sehr eindeutig STOPP gesagt: ""Sie sind Politiker, ich bin Journalistin." "Politiker verfallen doch alle Journalistinnen", sagt er. Ich sage: "Ich finde es besser, wir halten das hier professionell.""
    Das geschilderte Verhalten von Brüderle, dann trotzdem weiterzumachen, das nun wahrlich nicht nur er zeigt, zeigt für mich, dass vielen Männern offenbar nicht der Unterschied zwischen einem Flirt in beidseitigem Einverständnis und einer groben Grenzüberschreitung bewusst ist. Ich halte das für keinen angeborenen Automatismus, für den wir armen verwirrten Männer keine Verantwortung tragen müssten, wenn wir uns so verhalten, denn komischerweise können wir ach so unsensiblen Männer das in anderen Bereichen meistens besser unterscheiden: Wir kennen den Unterschied zwischen Necken und einer Beleidigung, zwischen einem freundschaftlichen Knuff und einem Faustschlag und bedenken dabei automatisch unsere Beziehung zum Gegenüber (bei meinem Sandkastenfreund kann ich mir da mehr rausnehmen als bei einem Wildfremden). Ja auch beim konsensualen Flirten kann es zu Missverständnissen kommen, wie Magret Mead schon vor über 60 Jahren nachwies. Dabei ging es aber um Fehldeutungen der einzelnen "Flirtstufen", also klassische Missverständnisse. Es ist aber kein "Missverständnis", wenn das Gegenüber sehr eindeutig "STOPP" sagt (s.o.). Um es (frei nach Max Raabe) zu sagen: Flirten kann man nicht alleine! Dann ist es nämlich ein respektloser Übergriff auf die andere Person. Dagegen zu protestieren ist nach meiner Ansicht nicht paradox sondern notwendig, denn offenbar ist gerade vielen Männern dieser Unterschied nicht bewusst. Die Diskussion hat nach wie vor zumindest die Chance, dass wir auch unser eigenes Verhalten in der Vergangenheit reflektieren. Wenn dabei mehr Respekt für unser Gegenüber, gleich welchen Geschlechtes (biologisch oder sozial), herauskommt, dann wäre schon viel gewonnen. Im Übrigens ist es auch spannender (und IMHO auch erotischer) sich mit Menschen "auf Augenhöhe" auseinanderzusetzen, anstatt sie herabzuwürdigen. Reaktionen einiger Männer in den Medien, die ich jetzt mal bösartig so zusammenfasse: "Wenn wir nicht mehr übergriffig und sexistisch sein dürfen, dann flirten wir zur Strafe auch nicht mehr Euch oder machen Euch Komplimente." sind ebenso so albern und hilfreich wie die Diskussion bei Jauch, sondern sie zeigen nur, dass die Debatte dringend geführt werden muss.

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    1. Zum Terminus "Flirt" nach Wikipedia: "Ein Flirt ist eine erotisch konnotierte Annäherung zwischen Personen. Dabei wird vorgeblich ein unverbindlicher, oberflächlicher Kontakt hergestellt. Der Begriff Flirt soll auf den Ausdruck conter fleurette zurückgehen, bzw. die Maîtresse Fleurette de Nérac König Heinrichs IV. von Frankreich.[1]
      Der Flirt kann mit einem Blickkontakt, sprachlich (Smalltalk) oder durch eine Handlung (z. B. eine Tür öffnen, etwas tragen helfen) begonnen werden. Der Flirt lebt vom Spiel mit erotischer bzw. sexueller Spannung."

      Der "Flirt" Ist somit aber auch als eine sexistische Handlung zu betrachten, da sie die Intention hat, sein Gegenüber zu Handlungen im eigenen Interesse zu bringen (z.B. Sex oder Beförderung u.a.). Damit ist aber mind. das Machtverhältnis von einer Person gegeben , die agiert und einer Person, die reagiert.
      Da nun schon der Versuch der Konstruktion eines solchen Machtverhältnisses mit erotischer Konnotation als Sexismus oder gar sexuelle Belästigung betrachtet wird, die nun u.a. strafrechtliche oder arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann, kann man Männern aus rechtlichen Gründen schon raten, lieber nicht zu flirten und schon gar nicht die Initiative mehr zu ergreifen.

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    2. Ähem, es mag ja sein, dass mensch vor 400 Jahren etwas anderes unter einem Flirt verstanden hat, aber ich habe in meinem Text ganz bewusst von einem Flirt "in beidseitigem Einverständnis" gesprochen. Und das Verhalten von Brüderle war nach der Darstellung nun wirklich nicht konsensual oder? Wenn es kein beidseitiges Einverständnis gibt, ist es auch kein Flirt, sondern ein Übergriff (jedenfalls im Jahr 2013)! Und im Zweifel lässt mensch es halt mit dem Flirten besonders am Arbeitsplatz. Aber der Flirt grundsätzlich als sexistische Handlung nur im eigenen Interesse? Was ist an einem konsensualen Flirt denn bitte sexistisch? Ist denn dann konsensualer Sex auch sexistisch? Übrigens können auch Männer miteinander flirten oder auch Frauen etc... Der entscheidenen Punkt ist doch, respektiere ich das Gegenüber, akzeptiere ich die Grenzen und ziehe ich mich sofort zurück, wenn ich bemerke, dass ein Annäherung nicht gewünscht wird oder mir nicht sicher bin? Oder mache ich einfach weiter, überschreite verbale Grenzen, breche in den Intimabstand ein oder stelle gar einen unerwünschten Körperkontakt her, da frau ja nicht weiß, was für ein toller Hengst ich bin und "nein" bei einer Frau ja nicht unbedingt "nein" heißt und "sie" ja eigentlich wollen, dass "mann" "sie" umwirbt und "frau" sich ja ein bißchen zieren soll . Das ist Sexismus!

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    3. Sie müssen in Ihrer Argumentation den Terminus "Flirt" selbst mit der Eigenschaft "konsensual" erweitern, damit sie stimmig bleibt. Ist ok.
      Trotzdem muß es auch bei einem "konsensualen Flirt" am Anfang eine Intention/eine Idee der agierenden Person geben, um auf eine andere Person einwirken zu können. Denn auch mit einem konsensualen Flirt erhofft der/die Flirtende eine Reaktion des Gegenübers, sonst würde diese Person nicht flirten. Damit ist ein Machtverhältnis zwischen einer Person gegeben, die agiert und einer, die reagiert. Wenn ein Mann z.B. einer schönen Frau zuzwinkert, erhofft er sich ja eine Reaktion von der Frau, die sie u.U. als sexistisch bewerten kann, da sie ja in eine Situation gebracht wird, in der sie in angemessener Weise reagieren muß - auch dann, wenn sie eigentlich gar nicht will. Damit ist sie ja nicht mehr selbstbestimmt über ihre Handlungen. Jemanden seinen Freiraum lassen für selbstbestimmtes Handeln , ist aber m.E. Notwendigkeit für den Terminus „Respekt vor einer Person“. Also kann es eigentlich kein „respektvolles/konsensuales Flirten“ geben, da immer in der Anfangsphase Grenzen des anderen überschritten werden.
      Analoges gilt für das Verhalten "gentlemenlike" als Aktion - aber auch für alle alltäglichen Umgangsformen als Aktionen. So könnte sogar ein normaler Gruß als sexistisch vom Reagierenden interpretiert werden, da er reagieren muß und nicht aufgrund einer eigenen Idee agiert. Denn Menschen, die man nicht kennt oder ablehnt, begrüßt man nicht. Man grüßt nur die Menschen, von denen man was für das eigene Ich erwartet.(analoges gilt auch für Beschenkungen). Nehmen wir mal an, ein Mann sieht auf der Strasse eine ihm fremde schöne Frau und zwinkert ihr grüßend zu. Er erwartet von ihr eine Reaktion. Es entsteht somit eine Beziehung(=Machtverhältnis), die immer vom Reagierenden als sexistisch bewertet wird - vielleicht in diesem Fall sogar als sexuelle Belästigung. Das Problem ist, das alle zwischenmenschlichen Beziehungen in der Anfangsphase immer aus einem agierenden und reagierenden Part bestehen, die Machtverhältnissen entsprechen (egal ob Mann- Mann, Mann-Frau und Umkehrungen)und damit immer sexistisch sind, weil immer Grenzen des Reagierenden überschritten werden. Würde ich als Mann einen fremden Hetero-Mann zuzwinkern, würde er die Aktion als sexistisch empfinden und mich bestenfalls nur als "homo" bezeichnen. Bei einem normalen Gruß wäre ich zumindest verdächtig.

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    4. Kai du sprichst mir aus der Seele!!!!
      Mir persönlich wird hauptsächlich durch den #Aufschrei bewusst was Frauen alles fürn (entschuldige meine Ausdrucksweise) Scheiß ertragen, weil viele Männer scheinbar nicht in der Lage sein wollen ihr Verhalten zu reflektieren und entsprechend Respektvoll auf ihre Mitmenschen einzugehen. Das betrifft nicht nur auf den Respekt gegenüber Frauen, auch gegenüber Männer welche nicht den typischen Männerbild entsprechen oder gegenüber Homosexuellen fehlt oft der Respekt und die Anerkennung als "Vollwertig"(blöder begriff, mir fiel aber gerade kein besserer ein).
      Darum wird es Zeit endlich sein Bewusstsein zu Schärfen, den #Aufschrei ernst zu nehmen und das eigene Verhalten zu hinterfragen um tatsächlich respektvollen Umgang mit jeden Menschen zu haben.
      Gruß Robert

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    5. @anonym 29. Januar 2013 17:55 :
      ähhh...? ich verstehe was du beschreiben willst aber finde es nicht ganz einleuchtend.
      Bleiben wir beim Beispiel Flirt. Ich stimme dir zu das es erstmal Jemanden geben muss um die Initiative zu ergreifen. Das kann jeder Mensch unabhängig vom Geschlecht sein. Bei mir war es zumindest oft die Frau. Natürlich ist dann die Entsprechend angesprochene(verbal wie nonverbal) Person in der Situation darauf reagieren zu müssen. Diese Reaktion kann auch in Form von ignorieren statt finden (Paul Watzlawick: Man kann nicht, nicht Kommunizieren).
      Soweit verstehe ich es noch nicht als sexistisch.
      Es sei denn der Mensch nutzt als erstes eine Methode, die bei normalen Menschenverstand, die Grenze des Gegenübers überschreitet (z.B. unerwünschter Körperkontak) oder missbraucht bestimmte Verhältnisse (z.B. Macht am Arbeitsplatz). Dann würde ich von Anfang an vom Sexismus sprechen.
      Ansonsten fängt für mich bei einen Flirt Sexismus da an wo nach dem Erstkontakt ein Nein (verbal oder nonverbal) nicht akzeptiert wird und somit der angeflirtete Person verdeutlicht wird das sie nicht respektiert wird.
      Was deine Theorie betrifft das Machtverhältnisse gleich sexistisch sind, kann ich dir nur widersprechen. Wir treffen ständig in unterschiedlichen Machtverhältnissen auf Menschen. Sexistisch sind sie dann wenn diese Machtverhältnisse aufgrund von Geschlecht missbraucht werden. Z.B. wenn in bestimmten Positionen vorwiegend Männer eingestellt werden, obwohl es Frauen gibt die vielleicht besser qualifiziert sind oder wenn Vorgesetzte ihre Machtposition ausnutzen um sich einen anderen Mensch zu sexuell zu nähern, oder einfach "nur" Sprüche vom Stapel gelassen werden die eindeutig signalisieren das eine Person aufgrund ihres Geschlechts erniedrigt wird.
      Es können auch Machtverhältnisse ausgenutzt werden um jemanden wegen seiner Hautfarbe oder Ethik auszugrenzen oder zu diskriminieren, dann sprechen wir aber nicht mehr von Sexismus sonder Rassismus.
      Also Machtverhältnisse bringen viele Probleme mit sich, allerdings nicht automatisch Sexismus. Dieser entsteht erst wenn die agierenden Personen es dazu machen.
      Was dein Beispiel des Grüßes gegenüber eine fremden Mann angeht, hört sich das für mich schon fast nach Homophobie an. Bloß weil mich ein Mann auf der Strasse grüßt, unterstelle ich ihn doch nicht gleich Homosexell zu sein. und wenn er es wäre mir auch egal, dann freue ich mich dennoch über einen netten Gruß. Andersherum gehe ich auch nicht davon aus das ich als "Homo" bezeichnet werde wenn ich einen wildfremden Mann grüße. ich mach das gerne, weil es Spass macht. Und wenn ich als "Homo" bezeichnet werde dann finde ich das auch nicht schlimm, auch wenn sich die Person damit täuscht.
      Was ich sagen will, nicht jede Kommunikation zwischen Menschen ist gleich sexistisch, auch wenn es erstmal ein Machtunterschied gibt weil eine Person argiert und die andere reagiert. So wird bei einer Respektvollen Kommunikation die Machtposition wechseln das jede Person mal agiert aber auch mal mit reagieren dran ist. das macht ein Gespräch aber auch einen Flirt interessant, das beide oder mehr beteiligten Personen die Chance haben ihre Position zu wechseln. dies gelingt allerdings nur wenn Respekt vor den jeweiligen Grenzen und Bedürfnissen der beteiligten Personen als Grundlage und Konsens vorhanden ist.
      Und genau dieser Respekt scheint vielen Männern in unserer Gesellschaft zu fehlen, oder sie haben es nicht gelernt ihn entsprechend umzusetzen. Deshalb wird es zeit das wir endlich damit anfangen.
      gruß Robert

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    6. Erweitern musste ich gar nix, ich hatte schon in meinem Ursprungstext die Begrifflichkeiten "Flirt in beidseitigem Einverständnis" und "konsensualen Flirten" verwendet, haben Sie wohl überlesen...
      Übrigens netter Versuch einer "slippery slope"-Argumentation. Was wollen Sie denn nun mit Ihrem Versuch, schon in der ersten Kontaktaufnahme auch ein Machtverhältnis reinzukonstruieren sagen? Ich habe so den Eindruck, dass Sie bewusst versuchen, auch konsensuale verbale Kontaktaufnahmen (ob konsensual oder nicht klärt sich entweder in der ersten Reaktion des Gegenübers oder es ist von nichtkonsensual Kontakt auszugehen und der "Rückzug" anzutreten) versuchen gleichzusetzen mit dem Sexismus, der darin liegt, dass man eine offenbar unerwunschte Kontaktaufnahme nicht nur nicht abbricht sondern einfach weitermacht und damit immer übergriffiger wird! Oder dass gar reale Machtverhältnisse ausgenutzt werden für das Einfordern von nichtkonsensualem Sex? Ist es das? Dann verstehe ich ihren krampfhaften Versuch einen konsensualen Flirt, mag er auch anfänglich von einer Seite initiiert und von den anderen Seite erwidert worden sein auf eine Stufe mit Sexismus und übergriffigen Verhalten zu stellen. Dann würden Sie versuchen über eine Relativierung bzw. Gleichsetzung eine Verharmlosung zu betreiben. Und nein ein Knuff ist halt kein Faustschlag! Und zuzwinkern oder ansprechen ist kein Übergriff. Aber wenn das Gegenüber "Nein" sagt, egal ob dieses Nein höflich artikuliert wird, wie bei der Journalistin oder ausgesprochen, sich abgewendet, Distanz geschaffen etc.. "Nein heißt Nein" bedeutet eben nicht, dass eine angemessene(!) Kontaktanbahnung nicht versucht werden darf, auch wenn Sie versuchen das reinzukonstruieren, sondern es heißt, dass die Antwort "nein" ohne Uminterpretation zu akezptieren ist.

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    7. @Dolgner: Meine Intention ist nicht den Sexismus zu relativieren, sondern im Gegenteil strikt zu bekämpfen.

      Da aber alle Männer in dieser Debatte zu Recht unter Generalverdacht gestellt werden, wird die Beweislast für eine Unschuld nun generell auf alle Männer übertragen werden, weil es bei den Männern ohne Zweifel mehr Sexisten gibt und somit alle Männer potentielle Sexisten sind (im Rechtssystem kann man ja nur mit Allquantoren arbeiten). Nehmen nun folgende Situation an:
      In der Arbeitswelt könnte nun z.B. eine Kollegin irgendwelche Behauptungen z.B. hinsichtlich verbal-sexistischer Übergriffe über mich beim Chef behaupten (um mich z.B. aus dem Betrieb zu mobben, weil man sich nicht versteht oder mag, was in Betrieben vorkommen kann), so dass ich (entgegen der normalerweise gültigen Unschuldsvermutung im Rechtssystem) nun gezwungen bin, meine Unschuld zu beweisen. Die Unschuld kann man ja nicht beweisen. Man kann nur eine Gegenaussage machen, die aber durch den Generalverdacht nicht ins Gewicht fällt, so dass es zur Kündigung kommen könnte. Wäre es im Kampf gegen den Sexismus bzgl. meines Beispiels nicht sinnvoll, kollegiale Beziehungen mit dem anderen Geschlecht mit dem Hinweis „Kampf dem Sexismus“ von vornherein auszuschließen, um mögliche Mißverständnisse aus einer anfänglichen Kommunikation, die als Flirt fehlinterpretiert werden könnte, zu vermeiden? Wäre es nicht sogar sinnvoll im Kampf gegen den Sexismus am Arbeitsplatz die Arbeitswelten nach Geschlecht aufzuteilen? Vielleicht würde es sogar produktiv für den Betrieb sein, wenn diese geschlechtsspezifschen Arbeitswelten direkt in Konkurrenz zu einander stehen, weil in beiden Arbeitswelten die unterschiedlichen Kommunikationsebenen(und damit Ideenwelten) beider Geschlechter voll zu Geltung kommen könnten und somit kein Geschlecht sich hinsichtlich seiner Kommunikationsebene gegenüber dem anderen Geschlecht einschränken müsste. Die Qualitäten beider Geschlechter könnten voll zur Geltung können, weil die Männer so nicht mehr ihr antiquiertes und sexistisches Verhalten "gentlemanlike", „Beschützerverhalten bei Anwesenheit einer Frau im Team“ anwenden würden, was nicht nur die Leistung der Männer sondern auch die der Frauen einschränkt.

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  22. der aufschrei hat bei jauch genau das bekommen was er verdient hat. und ich bin mir sicher, das sie alle, die sich momentan so positiv zu aufschrei ereifern, in absehbarer zeit den walk of shame beschreiten werden.
    zur begründung verweise ich auf meinen kommentar zum brief bei ruhrbarone.de.

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  23. Danke liebe Merle, Du hast es toll auf den Punkt gebracht und mir aus der Seele gesprochen.Ist der Brief auch Hrn. Jauch auch noch persönlich zugegangen? Beste Grüße,
    Anna aus Hamburg

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  24. In vielen Punkten stimme ich dir zu, aber mein Gott was wär die Frau ohne Sexismus ? Einfach nur ein Wesen mit Brüsten, das wie ein Mann behandelt wird ? Meiner Meinung nach kann man als Frau viele Vorteile daraus ziehen. Männer haben sowieso schon viele Vorzüge, aber ohne Sexismus hätte ich den ein oder anderen Drink nicht ausgeben bekommen. Und macht es nicht auch Spaß zu sehen wie man Männer beeinflussen kann ? Und wenn Sexismus schon da anfängt, dass einer Frau auf der Straße hinter her gepfiffen wird, dann muss man ihn, den Sexismus doch nicht allzu sehr verpönen.Die eine oder andere Frau fühlt sich dann sicher geschmeichelt. Sexismus wird momentan ja nur verteufelt und die schlechte, Frauen diskriminierende Seite wird offengelegt. Doch einige Frauen machen damit ihr Geld. Deutschland hat sich entwickelt, eine gleichberechtigteres Land als eh und je. Also Fortschritte die den Frauen das Leben leichter gemacht haben und die auch sinnvoll sind. Doch Sexismus im Alttag wird man wohl nie ganz ablegen können, was meiner Ansicht nach auch besser so ist. Und warum stehen Frauen auf Machos ?! Es liegt einfach tief im Mensch-Sein verankert, die mächtige, machomäßige Art des Mannes, sie strahlt Macht körperliche Überlegenheit und den testosteron gefüllten Körper des Mannes aus. Es ist ganz natürlich, dass Frauen das anziehend finden, schließlich wird des bestmöglichste, mächtigste Mann zur Fortpflanzung gewählt.
    Man könnte meiner dieser Text stammt von einem Mann, aber nein er ist von einer Frau verfasst, die auch klare Vorteile für die Frau im Sexismus sieht.

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  25. Von Freiheit, Frieden und Frühlingsgefühlen reden Sie in Ihrer Blogbeschreibung.
    Jedoch fühle ich mich, durch selbsternannte Frauenrechtlerinnen wie Sie, in meiner Freiheit massiv eingeschränkt.
    Woher soll MANN heutzutage denn noch wissen, was in Ihren Augen denn noch korrekt ist.
    Wo fängt Sexismus an, wo endet flirten oder Humor?
    Was Sie hier betreiben, ist pure Selbstdarstellung und Populismus.
    Ich wollte mich eigentlich zurückhalten, jedoch fällt es mir schwer, bei dem verbalen Durchfall den Sie hier vonsich geben sachlich zu bleiben.
    Es wird immer Männer geben, die eine Grenze überschreiten, in den Augen einiger oder vielleicht auch mal vieler aber Sexismus per se lässt sich nicht abstellen.
    Erst recht nicht so!

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    1. Ohja, ist schon schwierig, einfach mal Anstand walten zu lassen. Grundregeln des Umgangs miteinander sollten Sie eigentlich in Ihrer Erziehung genossen haben. Sie fühlen sich nur deshalb eingeschränkt, weil sie sich nicht informiert haben. Daher hier ein Link zur Erhellung:
      http://www.sueddeutsche.de/leben/sexismus-debatte-es-geht-nur-gemeinsam-1.1585841

      Ich glaube an Sie, Anonym, lesen sie und denken sie noch einmal darüber nach, in was für einer Welt sie leben möchten!
      Liebe Grüße
      Kim

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    2. Frau Stöver, in ihrer Welt möchte ich auch nicht leben. Ich habe keine Lust als Mann über meinen sexuellen Eigenschaft vollständig kriminalisiert zu werden und das ohne mich in irgendeiner Form verteidigen zu dürfen.

      Es gibt - und man glaubt es kaum auch ganze viele Männer, die machen nicht den ganzen Tag sexistische Bemerkungen und pfeifen nicht jeder Frau hinterher, weil sie "schlicht" nicht anders können. Und von denen verlangen sie nun, dass sie den Mund halten, damit sie mit einem möglichst breiten Pinsel über alles männliche malen dürfen. Dafür gibt es nur ein Wort : NEIN.

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  26. Ich habe diesen Brief erst jetzt entdeckt. Finde ihn super, danke dafür!

    Ich habe vor Kurzem auch einen ähnlichen offenen Brief geschrieben, an die öffentlich rechtlichen Fernsehsender allgemein: http://feminist-in.net/index.php/topic,25.0.html

    Habe aber die Befürchtung, dass es nur ein Brief unter vielen sein wird, so dass er vielleicht untergeht. Deswegen habe ich eine Petition gestartet, bei change.org und hoffe nun, dass sie möglichst viele Menschen unterschrieben, damit ich sie an die Verantwortlichen bei ARD und ZDF weiterleiten kann.

    Hier gehts zur Petition: http://www.change.org/de/Petitionen/ard-zdf-und-die-dritten-programme-kl%C3%A4rt-endlich-angemessen-%C3%BCber-den-sexismus-in-dieser-gesellschaft-auf

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  27. Ich fand den Herr Jauch sehr gut.
    Wer bei Twitter Aufschrei mal liest, stellt schnell fest dass es ja gar nicht 60000 Fälle sind, sowie es immer dargestellt wird.
    Es stimmt da stehen wirklich schlimme Sachen Drin, aber das sind Prozentual gesehen doch recht wenige. Da sehr viel mehrfach was geschrieben, dann sind da noch sehr viele Sachen von nicht betroffenen bei die so was sagen wie wehrt euch doch bis hin zum stellt euch doch nicht so an.
    Ja und dann kommen wir zu dem ganzen Schwachsinn den da so viele Frauen geschrieben haben was sie denn alles stört da fühlen viel schon belästigt:
    wenn Mann Sie nur anschaut
    von einem Mann angesprochen zu werden
    wenn Mann ein Kompliment macht
    usw.
    da waren noch mehr lächerliche Dinge bei.
    Wegen so einen Schwachsinn ziehen einige das halt ins lächerliche bzw. Protestieren dagegen.

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  28. Kora Knüppelkuh6. Februar 2013 um 03:20

    Mich ärgert immer wieder diese Marginalisierung der inzwischen fast 100.000 Twittereintragungen. Das ist der typisch männliche Abwehrreflex, den ich auch bei linken Männern feststelle, nicht nur bei Gülle Günter.

    Der weitere Skandal ist, dass selbst linke Premium-Blogger und Autor wie Roberto de Lapuente auf "ad sinistram" (nach links) den Frauen die Solidarität verweigern und in ihrem Antifeminismus und sekundären Sexismus versuchen, die Debatte als gesellschaftlich nicht relevant zu bagatellisieren. In der Kommentarspalte werden nur schulterkopfende Männer zugelassen.

    Siehe hier: http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&postID=2442047361521049713

    Mein Verweis auf die Unrichtigkeit seiner Behauptungen mit diesem Link:http://seeliger.cc/2013/artikelsammlung-aufschrei/ ist nicht erschienen. Das Pippi-Lotta-Syndrom.

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  29. Kora Knüppelkuh6. Februar 2013 um 03:25

    FDP-Niebel warnt vor einer „Situation wie in den USA“, wo man als Mann einen Fahrstuhl nicht mehr betrete, wenn dort eine Frau allein unterwegs sei. „Und das aus Sorge, es könnte gegen ihn verwendet werden.“
    Man sieht sie regelrecht vor sich, die FDP-Parteigranden, wie sie in der Parteizentrale im Erdgeschoß sich sammeln und ungeduldig darauf warten, dass endlich ein leerer oder wenigstens nicht von Frauen besetzter Aufzug kommen möge.

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